Kein yogisches Hitzefrei

Nein, 35°C und mehr sind kein Grund für eine Yogapause.
Kühlende Atemtechniken und Yoga Nidra helfen angemessen und stilsicher durch die Saharahitze zu gleiten.

Die Pranayama nutzt diesmal die kühlende Wirkung der „Strohalm-Atmung“, d.h. die Zunge wird zum Strohhalm gerollt und man saugt die Luft ein und atmet über die Nase aus. Bei genetischer Indisposition („If you’re not designed for it“) Zunge einfach hinter die oberen Schneidezähne drücken und los.

Yoga Nidra hingegen ist kein Blogdreizeiler. Hier nutze ich für mich selbst Audiodateien. Als Yogalehrer leite ich eine komplette Körperwahrnehmung in Shavasana für ca. 15 Minuten mit leichter Hintergrundmusik an.

In diesem Sinne: Happy OM!

Was in 30 Minuten machbar ist

Mittlerweile habe ich Glück und kann Yoga in der Mittagspause im Unternehmen unterrichten. Hierfür habe ich ein Zeitfenster von 30 Minuten. Auftakt ist regelmäßig um 12.05 Uhr, dank Outlook habe ich die Absenzen gut im Überblick.
Und so finden sich 2-7 Yoginis immer wieder in einer kleinen Raumbrücke ein. Im Handumdrehen ist die Glastür mit selbstklebenden Folien blickdicht gemacht. Das Smartphone sorgt für die entsprechenden Klänge, schnell sind die Matten ausgerollt. Auf Props und weitere Hilfsmittel verzichte ich derweil noch.

Am Anfang starten wir mit einer Schulter-und Gelenklockerung im Schneidersitz (Sukhasana), gefolgt von wechselnden Atemübungen (Pranayama). Hier habe ich mit der geführten Wechselatmung sehr gute Erfolge erzielt und die Konzentration jeder einzelnen bestärkt.
Im Anschluß daran variiere ich je nach Stundenziel, gerne mit Elementen des Yin-Yogas. D.h. passive Dehnungen werden lange gehalten und durch beständige Atemlenkung angenehm gestaltet. Hier bieten sich zahlreiche Asanas an, wie z.B. das Nadelöhr, welche eine Hüftöffnung und Brustöffnung forcieren und bewirken. Nach einem Seitenwechsel kann noch eine Vorbeuge im Schneidersitz angschließen. Alternativ ist eine kurze Yoga-Nidra (Schlaf der Yogis) denk- und machbar.
Und dann sind die 30 Minuten schon gut gefüllt.
Was für wiederkehrende Elemente benutzt ihr, für eine Corporate Yogastunde?

International Yoga Day

Schon verrückt, jetzt gibt es mit dem 21.6. einen Welt-Yoga-Tag und gleich den Rekord im Massenyoga obendrauf.

Dabei finde ich Masse in diesem Kontext nicht klasse.
Viele persönliche, yogische Entdeckungen finden in kleinem Rahmen statt und nicht im Mattengetümmel.

Was aber wunderbar ist: Yoga erreicht uns alle!
Egal ob alt oder jung, gerade oder krumm, jeder und jede kann es.

Standhaft bleiben

Mit dem standhaft Bleiben ist es so eine Sache.
An allen Ecken verlocken unzählige Möglichkeiten, nicht Yoga zu praktizieren. Die Quittung dafür sind wackelige Asanas nach längerem Fernbleiben von der Matte.
Irgendwie kommt man bei fehlender Praxis schneller aus dem Lot, und das geht nicht nur mir so.
Die Muskeln werden durch jede Einheit geprägt und gedehnt, und verkürzen sich umso schneller, wenn diese Beanspruchung fehlt.
Eine regelmäßige Praxis wirkt dem entgegen und verlängert das Yoga-Vergnügen.
Egal ob eine Asana für 5 Minuten, oder 90 Minuten Powerflow, entscheidend ist beides regelmäßig zu wagen. Und diese Wagnis wird immer belohnt: mit einem klaren Kopf und frischen Ideen danach.

Auf geht’s. When do yo yoga ?

Yoga in der Mittagspause

Lang-Lang oder Kurz-Kurz?
Die Klassikverliebten werden wohl immer die Lang-Lang-Version bevorzugen, nicht nur für die Ohren, sondern auch auf der Matte.
So eine 90 minütige Yogaeinheit ist jedoch nicht immer möglich, vertretbar und sinnvoll.

Bereits in 30 Minuten kann Yoga in der Mittagspause kleine Wunder wirken.
Und so gibt es mehr und mehr Arbeitgeber, die Yoga- und Zeiträume hierfür freigeben. Denn ein ausgeruhter Geist geht erfrischter zurück ans Werk.

Ich hatte vor kurzem das Vergnügen, eine solche Sequenz anzubieten und konnte so manche Bedenken ausräumen. Mittlerweile brauchen wir wirklich nichts ausser Matten, Zeit und Raum, bequeme Kleidung vorausgesetzt.
Mit wenigen (!) Asanas, die logisch und fließend aufeinander aufbauen, wie Scheidersitz, Katzenflow, Shavasana, gelingt es problemlos für eine halbe Stunde „abzutauchen“ aus der Hektik des Alltags. Pranayamas – Atemübungen – haben sich ergänzend bewährt. Wichtig ist dabei die Verbindung zwischen Atem und Haltung auzubauen und zu erhalten. Dann gelingt alles.

Jivamukti – Oder Muskelkater auf Bestellung

Viele verbinden Yoga gerne mit Teetrinken und Dasitzen. Kann es sein, muss es aber nicht.

Bei Jivamukti-Yoga zum Beispiel, sind die Muckis gefragt. Da können sich 90 Minuten extrem dehnen und der Körper gleich in voller Länge mit. In der Regel orientieren sich die Stunden an dem Monatsmotto, aktuell sind es die letzten 3 Stufen von Patanjali. Soweit die Theorie.
In der Praxis werden viele Asanas schwungvoll zu Flows miteineinander verbunden und mehrfach wiederholt. Der Körper erwärmt sich zusehends, während sich der Geist beruhigt. Dabei ist der Einsatz der Ujjayi-Atmung sicherlich hilfreich und verleiht ein Mehr an Kraft in den zu haltenden Positionen.

Beim eifrigen Googeln stößt man schnell auf die Begründer Gannon und Life, bei weiterem Search auf New York in den 90ern. So weit, so fern. Nahbarer sind da die deutschen Jivamukti-Lehrer. Hier in Frankfurt hatte ich das Glück und durfte bei Eva Herbig im Private Yoga Institute und im Yogahaus Frankfurt reinschnuppern.
Es sind körperlich fordernde Klassen, die immer wieder den Kern des Yoga herausschälen: Das zur Ruhe Kommen der Gedanken.

Mein Yogapfad ist nicht dein Weg

Wie heißt es immer so schön: Werte, aber bewerte nicht.
Und das gilt besonders für den individuellen Yogapfad jedes Einzelnen.

Die Maxime lautet nicht „schneller, höher, weiter“. Oder heute Yogini, morgen Lehrer.
Jeder bestimmt sein individuelles Tempo und wächst mit jeder Praxisstunde.

Ich selbst habe mich nach knapp 7 Praxis-Jahren entschlossen, meinen eigenen Yogastil zu vermitteln und eine Weiterbildung beim Deutschen Turnerbund in Frankfurt begonnen.
Richtig gelesen: DTB und nicht Yoga Vidya.

Und trotz fehlender Räucherstäbchen ist in meiner Ausbildung viel Platz für gelebtes Yoga.

Yin-Yoga

Puh, wenn ich vorher geahnt hätte, wie sehr die Muskeln nach einer 90-minütigen Yin-Yoga-Einheit bitzeln, hätte ich wohl eher gekniffen.
Und so habe ich ihn jetzt, den Muskelkater des Jahres.
Dabei fing alles so harmlos an in Shavasana (Totenstellung), umgeben von Decken, Kissen und Polstern. Selbst bei Gomukhasana (beide Beine übereinander gelegt) schöpfte ich nach 5-minütiger Verweildauer im Sitzen je Seite noch keinen Verdacht.
Bei der für mich abgewandelten Sphinx (mit dem heraufschauenden Hund als Alternative wäre ich schon nach 1 Minute eingeknickt) waren dann die ersten Polster notwendig, um 5 Minuten zu verweilen. Danach die Taube jeweils 5 Minuten je Seite, und meine Muskulatur zeigte mir beim Verlassen der Asana den „sweetest pain ever“.

Die Erkenntnis: Frau muss nicht durch die Flows fliegen, um das Chi zum Tanzen zu bringen.
Weniger ist mehr.

Das ist für mich die Quintessenz von Yin-Yoga.

Alles yogisch, oder was ?

Warum ein weiterer Yoga-Blog für Frauen? Und flexible obendrein?

Weil es sich immer lohnt, gute Yoga-Erfahrungen zu teilen.
Die negativen verselbständigen sich ohnehin.
Daher dokumentiere ich auf diesem Blog nun fortan für meine kleine feine Zielgruppe der flexiblen Frauen yogische Highlights in loser Reihenfolge.
Ich freue mich auf wachsendes Wissen, endlose Entspannung und merk-würdige Mantras.

In diesem Sinne,
Om mani padme hum
Andrea